Skip to main content
 

Zum ersten Mal musste ich bei meinem Roman "Diagonale" (eigentlich "In der Mitte der Diagonalen") ein Kapitel einschieben. Kapitel 8 lässt den Helden mit der Kamera durch Oberschöneweide spazieren. Dabei lernt er zwei Quasi-Penner kennen. Später wird der Held bei ihnen im Haus einziehen.

 

Kapitel 13 und 14 meines Romans "Diagonale" auf https://www.publication.work hinzugefügt. Thomas besucht nach 7 Jahren seinen Bruder Volker in Ost-Berlin, um sich auf die Spur eines Juwelenschatzes zu begeben.

 

Kapitel 11 und 12 meines Romans "Diagonale" auf https://www.publication.work hinzugefügt. Burkhardt, der Stasi-Offizier im besonderen Einsatz betritt zum ersten Mal die Bühne.

 

Die ersten zehn Entwurfskapitel meines Romans "Diagonale" auf www.publication.work sind veröffentlicht. Ein 19jähriger kämpft im Ost-Berlin der 80er Jahre um das öffentliche Liebesbekenntnis seiner 10 Jahre älteren Geliebten und gewinnt einen ganzen Stadtteil: Schöneweide.

 

Manuskripteinsendungen – warum denn nicht? – CulturBooks

Jetzt habe ich es auch verstanden.

Es stimmt, dass in vielen Verlagen die unverlangt eingesandten Manuskripte meist gar nicht gelesen werden. Manchmal vielleicht vom Praktikanten oder der Praktikantin. Wobei ich es meinen Praktikantinnen nicht zumuten wollte, sich damit eingehend zu befassen. Warum nicht? Weil die Erfahrung gezeigt hat, dass die allermeisten Einsendungen sich nicht lohnen. Qualitativ, inhaltlich, formal, da kann es viele sehr unterschiedliche Gründe geben. Ich werde immer gefragt: War denn wirklich noch nie etwas dabei, das sich gelohnt hätte? Tatsächlich werfen wir zumindest einen kurzen Blick auf alles, was man uns schickt (meist reicht ein kurzer Blick, um zu wissen, ob sich das Weiterlesen lohnt), und ich habe mir nun die Mühe gemacht, den Prozentsatz der Texte auszurechnen, die unter den unverlangten Einsendungen tatsächlich von uns verlegt wurden: 0,2%.

 

Der Roman als großes Werk

2 min read

Milan Kundera setzt in seinem Essay-Band Verratene Vermächtnisse die Latte sehr hoch, oder er teilt die Romane nur anders ein?

... der größte Teil der heutigen Romanproduktion besteht aus Romanen, die außerhalb der Geschichte des Romans stehen: Beichten in Romanform, Reportagen in Romanform, Abrechnungen in Romanform, Autobiographien in Romanform, Indiskretionen in Romanform, Denunziationen in Romanform, politische Lektionen in Romanform, Todeskämpfe des Vaters in Romanform, Todeskämpfe der Mutter in Romanform, Entjungferungen in Romanform, Entbindungen in Romanform, Romane ad infinitum, Romane, die nichts Neues sagen, keine ästhetischen Ansprüche haben, keine Veränderungen bringen, weder für unser Verständis für Menschen, noch für die Form des Romans; sie gleichen einander und sind morgens perfekt konsumierbar; abends perfekt wegwerfbar.

Meiner Meinung nach können große Werke nur innerhalb der Geschichte ihrer Kunst entstehen und indem sie an ihr teilhaben. Einzig innerhalb der Geschichte kann man erfassen, was neu und was nachgesagt, was Entdeckung und was Nachahmung ist, mit anderen Worten, nur innerhalb der Geschichte kann ein Werk als Wert existieren, den man erkennen und schätzen.

Aus: Milan Kundera, Verratene Vermächtnisse, Frankfurt a. M. 1996, S. 22.

Als Autor lauern überall Gefahren. Ich dachte, eine Leserschaft finden und ein wenig kommerziellen Erfolg haben, ist erstrebenswert. Das Überleben als Werk ist eine andere Liga.

 

Lob aufs Internet

1 min read

Das Exposé für meinen Roman sagt für den Prolog folgendes:

Vor seiner Emigration in die USA 1938 versteckt der jüdische Juwelier GERO LEVIN das Gros seines Schmuckes im Keller seines Hauses in Berlin-Oberschöneweide. So kommt er einer Enteignung durch die Nazis zuvor.

Levin hinterläßt seiner Familie eine kurze Zettelnotiz, worauf das Wort Schmuckkollektion und folgende Ziffernfolge steht:

33UUU9949413391

Diese Ziffernfolge hätte mich in den 90er Jahren noch mindestens einen Tag in der Bibliothek gekostet. Ob ich dann noch in der Lage gewesen wäre, eine Adresse in o.g. Koordinaten umzuwandeln, steht auf einem ganz anderen Blatt. Die Umrechnung hat mich dank der Seite www.deine-berge.de/Rechner/Koordinaten fünf Minuten gekostet.

 

Mein Roman - Lebensglück im Unrechtsstaat?

In letzter Zeit ist gelegentlich diskutiert worden, ob man in der DDR glücklich leben konnte. Natürlich hat jeder Mensch, unter welchen Umständen auch immer, die Möglichkeit, sein kleines persönliches Glück in der Familie, auf dem Gartengrundstück oder beim Briefmarkensammeln zu suchen und zu finden. Das ist so richtig wie banal. Doch darum geht es nicht allein. Die Frage lautet: Gab es ein wirkliches Lebensglück im Unrechtsstaat?

Die Antwort muss wohl lauten: Ja, dieses Glück gab es. Ein "Gespräch über Bäume" schloß eben nicht, wie Brecht meinte, das "Schweigen über so viele andere Untaten" ein. Fröhlichkeit und Lebenslust, Spaß und Ironie waren die wichtigsten Waffen im Kampf gegen die diktatorische Anmaßung, das Leben des Einzelnen bestimmen zu wollen.

Ein wenig später als Abschluß des Prologs:

Die alltägliche Diktatur und der diktatorische Alltag sind nicht voneinander zu trennen. Geborgenheit und Unfreiheit gehörten zusammen. Die Wärme der Gemeinschaft und die kollektivistische Totalkontrolle bildeten eine untrennbare Einheit.

Aus: Die heile Welt der Diktatur: Alltag und Herrschaft in der DDR 1971-1989, Stefan Wolle, Berlin 2013, S. 18

 

Mein Roman - Produktivität

2 min read

Es ist ein Jahr vergangen: nach einem halben Jahrhundert wollte ich mit meinem Roman loslegen. Und was habe ich bis heute geschafft: ein  Exposé in der ersten Fassung! Ich rechne das mal durch: mein Roman hat 29 Kapitel. Pro Kapitel brauche ich ein Quartal. Das ergibt eine Schreibdauer von über 7 Jahren. Und das ist noch die optimistische Planung!

Volker Kutscher

Derzeit lese ich die Krimireihe von Gereon Rath, der im Berlin der 30er Jahr ermittelt. Kutscher hat 6 Romane veröffentlich. Wie hat er das nur geschafft?

Am 03.11.2014 interviewt die Frankfurter Allgemeine Kutscher.

Vier Bestseller hat dieser Mann geschrieben, seit er 2004 seinen Redakteursvertrag kündigte, um Zeit für eine, wie er fand, geniale Idee zu haben. Vorher hatte er bei einem kleinen Verlag zwei Regionalkrimis veröffentlicht; die Vorstellung, bis zur Rente in seiner Heimatstadt Wipperfürth die Lokalzeitung zu verkörpern, hatte angefangen ihn zu langweilen.

Drei Jahre später erscheint Der nasse Fisch, Band 1 der Rath-Krimiserie.

Zwei Jahre musste Kutscher warten, er fürchtete schon, er müsse auf das Angebot seiner Frau zurückkommen, dass sie Vollzeit arbeite, während er sich als Hausmann versuche. „Ich bin nicht so gut im Haushalt“, sagt der Autor und grinst. Dann kam der Erfolg.

Zwei Jahre ohne Kutschers Einkommen. Und seine Frau, wenn ich das richtig verstehe, geht nur auf Teilzeit arbeiten. Vielleicht bedeutet Teilzeit in Köln das selbe wie Vollzeit in Brandenburg? Egal, es war ein sehr mutige Entscheidung. Und gottseidank hat die Familie sie getroffen. Zum ersten Mal bekommt die bedrohlichste deutsche Zeitepoche ein Gesicht - viele Gesichter! Sie ist nun für mich nicht mehr entmenschlicht, auch wenn Kutscher betont, dass manches nur “ausgedacht” ist.

Hamsterrad

Noch drehe ich mich im Hamsterrad. Und ich kann noch nicht einmal behaupten, dass es partout keinen Spaß macht. Da hilft mir wohl nur noch eine Routine im Tagesablauf, aber wann?

 

 

Mein Roman - Figurenensemble

1 min read

Immer vor Augen

Die Figuren sind im Groben gezeichnet. Einiges fehlt noch. Aber es stimmt schon, was die tausend Ratgeberbücher sagen: Wenn der Autor seine Figuren nicht kennt, wie soll es dann der Leser bewerkstelligen, sie kennenzulernen?

Ich muss mir beim Schreiben der Szenen die Figuren offen danebenlegen.