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đŸ“ș Jeremy Keith – Building Blocks of the Indie Web http://boffosocko.com/2017/11/29/jeremy-keith-building-blocks-of-the-indie-web

 

Der Roman als großes Werk

2 min read

Milan Kundera setzt in seinem Essay-Band Verratene VermÀchtnisse die Latte sehr hoch, oder er teilt die Romane nur anders ein?

... der grĂ¶ĂŸte Teil der heutigen Romanproduktion besteht aus Romanen, die außerhalb der Geschichte des Romans stehen: Beichten in Romanform, Reportagen in Romanform, Abrechnungen in Romanform, Autobiographien in Romanform, Indiskretionen in Romanform, Denunziationen in Romanform, politische Lektionen in Romanform, TodeskĂ€mpfe des Vaters in Romanform, TodeskĂ€mpfe der Mutter in Romanform, Entjungferungen in Romanform, Entbindungen in Romanform, Romane ad infinitum, Romane, die nichts Neues sagen, keine Ă€sthetischen AnsprĂŒche haben, keine VerĂ€nderungen bringen, weder fĂŒr unser VerstĂ€ndis fĂŒr Menschen, noch fĂŒr die Form des Romans; sie gleichen einander und sind morgens perfekt konsumierbar; abends perfekt wegwerfbar.

Meiner Meinung nach können große Werke nur innerhalb der Geschichte ihrer Kunst entstehen und indem sie an ihr teilhaben. Einzig innerhalb der Geschichte kann man erfassen, was neu und was nachgesagt, was Entdeckung und was Nachahmung ist, mit anderen Worten, nur innerhalb der Geschichte kann ein Werk als Wert existieren, den man erkennen und schĂ€tzen.

Aus: Milan Kundera, Verratene VermÀchtnisse, Frankfurt a. M. 1996, S. 22.

Als Autor lauern ĂŒberall Gefahren. Ich dachte, eine Leserschaft finden und ein wenig kommerziellen Erfolg haben, ist erstrebenswert. Das Überleben als Werk ist eine andere Liga.

 

Ich werde Geschichts-Opa, denn meine alten Fotos aus DDR-Zeiten erscheinen auf dem Blog Megaschöneweide -
cool - http://megaschoeneweide.de/september-1989

 

Nachdem @ChrisAldrich den Hinweis gab, dass es ein neues Twitter-Plugin fĂŒr @withknown gibt, welches die neuen 280 Zeichen ermöglicht, habe ich es gleich installiert. Das hier ist jetzt ein Test. Hoffentlich klappt es.

 

Lob aufs Internet

1 min read

Das ExposĂ© fĂŒr meinen Roman sagt fĂŒr den Prolog folgendes:

Vor seiner Emigration in die USA 1938 versteckt der jĂŒdische Juwelier GERO LEVIN das Gros seines Schmuckes im Keller seines Hauses in Berlin-Oberschöneweide. So kommt er einer Enteignung durch die Nazis zuvor.

Levin hinterlĂ€ĂŸt seiner Familie eine kurze Zettelnotiz, worauf das Wort Schmuckkollektion und folgende Ziffernfolge steht:

33UUU9949413391

Diese Ziffernfolge hĂ€tte mich in den 90er Jahren noch mindestens einen Tag in der Bibliothek gekostet. Ob ich dann noch in der Lage gewesen wĂ€re, eine Adresse in o.g. Koordinaten umzuwandeln, steht auf einem ganz anderen Blatt. Die Umrechnung hat mich dank der Seite www.deine-berge.de/Rechner/Koordinaten fĂŒnf Minuten gekostet.

 
 
 

Hi Ricardo, thanks to your blogpost about woodwind.xyz - I am just commenting these lines via my woodwind account as a simple test. Greetings from Berlin.

 

Habe mir erlaubt, um 20.15 Uhr in einen Artikel von Dirk Laabs "Der PrÀsident und die Mafia" zu versinken. Da trötet es aus dem Kinderzimmer: "Papa, Du schreibst nicht an deinem Roman!".

Übrigens: HĂ€tte Laabs (Welt am Sonntag vom 03.09.17, IFA-FundstĂŒck vom Wochenende) mir das als Groschenheft-Verlagsdirektor angeboten, ich hĂ€tte es abgelehnt: zu viel Fantasie, mein Junge!