Skip to main content
 

Mein Roman - Produktivität

2 min read

Es ist ein Jahr vergangen: nach einem halben Jahrhundert wollte ich mit meinem Roman loslegen. Und was habe ich bis heute geschafft: ein  Exposé in der ersten Fassung! Ich rechne das mal durch: mein Roman hat 29 Kapitel. Pro Kapitel brauche ich ein Quartal. Das ergibt eine Schreibdauer von über 7 Jahren. Und das ist noch die optimistische Planung!

Volker Kutscher

Derzeit lese ich die Krimireihe von Gereon Rath, der im Berlin der 30er Jahr ermittelt. Kutscher hat 6 Romane veröffentlich. Wie hat er das nur geschafft?

Am 03.11.2014 interviewt die Frankfurter Allgemeine Kutscher.

Vier Bestseller hat dieser Mann geschrieben, seit er 2004 seinen Redakteursvertrag kündigte, um Zeit für eine, wie er fand, geniale Idee zu haben. Vorher hatte er bei einem kleinen Verlag zwei Regionalkrimis veröffentlicht; die Vorstellung, bis zur Rente in seiner Heimatstadt Wipperfürth die Lokalzeitung zu verkörpern, hatte angefangen ihn zu langweilen.

Drei Jahre später erscheint Der nasse Fisch, Band 1 der Rath-Krimiserie.

Zwei Jahre musste Kutscher warten, er fürchtete schon, er müsse auf das Angebot seiner Frau zurückkommen, dass sie Vollzeit arbeite, während er sich als Hausmann versuche. „Ich bin nicht so gut im Haushalt“, sagt der Autor und grinst. Dann kam der Erfolg.

Zwei Jahre ohne Kutschers Einkommen. Und seine Frau, wenn ich das richtig verstehe, geht nur auf Teilzeit arbeiten. Vielleicht bedeutet Teilzeit in Köln das selbe wie Vollzeit in Brandenburg? Egal, es war ein sehr mutige Entscheidung. Und gottseidank hat die Familie sie getroffen. Zum ersten Mal bekommt die bedrohlichste deutsche Zeitepoche ein Gesicht - viele Gesichter! Sie ist nun für mich nicht mehr entmenschlicht, auch wenn Kutscher betont, dass manches nur “ausgedacht” ist.

Hamsterrad

Noch drehe ich mich im Hamsterrad. Und ich kann noch nicht einmal behaupten, dass es partout keinen Spaß macht. Da hilft mir wohl nur noch eine Routine im Tagesablauf, aber wann?

 

 

Mein Roman - Figurenensemble

1 min read

Immer vor Augen

Die Figuren sind im Groben gezeichnet. Einiges fehlt noch. Aber es stimmt schon, was die tausend Ratgeberbücher sagen: Wenn der Autor seine Figuren nicht kennt, wie soll es dann der Leser bewerkstelligen, sie kennenzulernen?

Ich muss mir beim Schreiben der Szenen die Figuren offen danebenlegen.

 

Mein erster Roman

2 min read

Berlin-Oberschöneweide Herrenkonfektion

Ich mache Ernst

Da ich schon das zehnte Mal Randy Ingermansons How to Write a Novel Using the Snowflake Method amüsiert gelesen hatte und immer noch nichts passierte, wollte ich Ernst machen: ich meldete mich im Februar 2017 zu zwei VHS-Kursen an.

  1. Romane Schreiben (J. Kandzora und S. Mewe)
  2. Der erste Schritt zum Roman (J. Powalla)

Beide Kurse waren lehrreich. Die ersten beiden Dozenten durchliefen die Literaturwissenschaft im Schnelldurchlauf und gingen viele Beispiele anhand mitgebrachter Kopien durch. Frau Powalla brachte den Teilnehmern das Expose-Schreiben und die Literaturagenten nahe.

Autobiographisches

Beiden Kursen war gemein, dass sämtliche Teilnehmer autobiographisches zum Anlass nahmen, mit dem Schreiben anzufangen. Wir waren alle Betroffene! Das ist legitim, denn sehr vieles in den Texten eines Menschen ist autobiographisch. Und dennoch hatte diese geballte Ladung Betroffenheit einen reinigenden Lehreffekt: entlasse die Protagonisten so schnell wie möglich aus deiner autobiographischen Umklammerung, gewähre ihnen die Freiheit!

Texterfahrung

Welch unerotisches Wort - Texterfahrung! Doch ich habe sie gemacht. Ich musste in den Kursen eigene Texte schreiben, sie laut einem Publikum vorlesen und sie ggf. erklären - also “zu ihnen stehen”. Das war vielleicht die wichtigste Erfahrung aus beiden Kursen! Über das Wollen, einen Text zu schreiben, hin zum Schreiben und laut vorlesen. Und darüber sprechen.

Ach so: es wurden nie explizit in den Kursen darüber gesprochen: schreiben muss jeder seinen Roman natürlich selbst ;-)

 

Ich bin wichtig

1 min read

Ich bin wichtig

Auf meinem Weg zum Bestsellerautor stieß ich auf ein relativ altes Werk von Lajos Egri: Literarisches Schreiben, New York, 1965. Autoren sollen lernen, Charaktere zu gestalten.

Wichtig sein ist wichtig. Schockiert es Sie, wenn ich behaupte, dass alle Literatur auf diese These zurückzuführen ist? Gleich, welches Theaterstück, welchen Roman Sie lesen und ob es dort um Liebe oder Hass geht: hinter jedem Werk steht der Wunsch, wichtig zu sein. (Berlin, 2002, S. 27)

Wir haben es geahnt.

Wichtigkeit ist unser äußerster Schutzwall. Sie tut auch unserem Ego und unserer Gesundheit gut. Aber in einen Zustand der Sicherheit, wie wir ihn erträumen, kann sie uns nur sehr kurz versetzen. Denn leider ist Wichtigkeit eine leicht verderbliche Ware. Viele Menschen neiden Sie Ihnen, und viele versuchen, sie zu untermininieren und Ihnen zu nehmen.

Eine Fassade der Bedeutsamkeit zu errichten, ist uns angeboren. Denn im Schutz dieser Fassade verbergen wir unsere Angst - die Tochter der Unsicherheit und die Mutter aller menschlichen Gefühle. Wichtig sein ist lebenswichtig. (ebd. S. 34)

 

Egoist

1 min read

Egoist

Auf meinem Weg zum Bestsellerautor stieß ich auf ein relativ altes Werk von Lajos Egri: Literarisches Schreiben, New York, 1965. Autoren sollen lernen, Charaktere zu gestalten. Und da, so Lajos Egri, er sich am besten kennt, gibt er eine kurze Beschreibung seiner selbst.

Ich bin ein gieriger eifersüchtiger Egoist und ständig darauf aus, andere dazu zu bringen, mich zu lieben. Tag und Nacht grüble ich: Wie kann ich es anstellen, so wichtig zu sein, dass den Leuten gar nichts anderes übrig bleibt, als mich für einen tollen Kerl zu halten? Ich geb´s nicht gern zu, aber ich will am liebsten immer nur Zustimmung ernten.

So bin ich zu dem Schluß gekommen, dass es für alles, was ich sage, nur zwei Gründe gibt:

  1. Sympathie für mich zu gewinnen und
  2. zu zeigen, wie wichtig ich bin.

Das habe ich in meinem eigenen Schädel entdeckt. Zuerst hat es mir Angst eingejagt: "Unmöglich, dass ich das bin!" Aber auf den zweiten Blick sah ich leider schon wieder dasselbe. Es stimmt, das alles bin ich. (Berlin, 2002, S. 8)

 

Unsicherheit

1 min read

Unsicherheit

Auf meinem Weg zum Bestsellerautor stieß ich auf ein relativ altes Werk von Lajos Egri: Literarisches Schreiben, New York, 1965. Doch der Aspekt der Unsicherheit war mir neu.

So paradox es klingt, Haß und Liebe, Verrat und Treue entspringen der selben Quelle - der Unsicherheit. Gefühle tauchen in unterschiedlichster Gestalt auf, erfüllen jedoch alle den einen Zweck, unser Überleben zu sichern. Ohne Unsicherheit wäre Leben nicht denkbar, auch wenn - oder gerade weil - wir Todesängste ausstehen, wenn wir uns nicht sicher fühlen. (Berlin, 2002, S. 24)

Ohne Unsicherheit gäbe es keinen Fortschritt. Alles würde stillstehen. Leben wäre nicht denkbar. (ebd. S. 28)

 

I Become an Author 6 - Your Story in One Page

2 min read

Nur wer schreibt, der bleibt! I will be the next Jo Nesbö. But for now I have to learn a bit. The funny way. This is what Randy Ingermanson says in How to Write a Novel Using the Snowflake Method 

 

Baby Bear kept studying her. “Why doesn’t Elise just marry Henri?”

“Because … he’s awful! He’s bald and fat and … he collaborates with the Nazis!”

Baby Bear scanned the document. “I don’t see any Values here that say that desirable men are hairy and muscular and fight in the Resistance.”

“But … those are obvious!”

“There she goes, making assumptions again,” said the Big Bad Wolf.

A few lines further:

"And furthermore, Elise apparently believes that collaborating with the Nazis is evil.”

"Well, of course, that’s, um …” Goldilocks sighed.

"Obvious?” said Baby Bear. “And yet millions of people collaborated with the Nazis. Apparently, resisting Nazis wasn’t a Value for everybody.”

Baby Bear goes on:

And you’re right. Synopses are the most boring writing you will ever do. But they’re necessary if you ever want to sell a book to a traditional publisher, because they all insist on receiving a synopsis as part of your proposal. You can’t get an agent without having a brilliant synopsis.”

Goldilocks does not really like writing a synopsis. But Baby Bear insists:

“We’ve already seen how to write a one-paragraph summary of your story,” said Baby Bear. “Now just take each sentence of that paragraph and expand it into a paragraph of its own. You have five sentences. Expanding each of those will give you five paragraphs, which add up to a page. That’s all.”

 

I Become an Author 5 - Nothing Is More Important Than Characters

2 min read

Nur wer schreibt, der bleibt! I will be the next Jo Nesbö. But for now I have to learn a bit. The funny way. This is what Randy Ingermanson says.

 

 

“I’ll give you this hundred-dollar bill if you can hold your breath for two minutes.” Goldilocks didn’t know if she could do that, but it couldn’t hurt to try. “Okay.”

After about 70 seconds Goldilocks gives up and opens her mouth and sucks in air.

Baby Bear put the hundred back in the little wallet clipped to his belt. “Why did you open your mouth?”
“Because I wanted air.”
“Not world peace?”
Goldilocks giggled. “Not right then. I wanted air more than anything in the world.”
“So why were you holding your breath?”
“Well … I also wanted that hundred-dollar bill.”

Baby Bear burst into a smile. “That’s what I call a Goal—when you want something specific and concrete. Like holding your breath for two minutes to earn a hundred dollars.

Baby Bear went to the whiteboard and wrote down:

PROPERTIES OF GOALS:

  • Simple
  • Concrete
  • Important
  • Achievable
  • Difficult

“Values!” said Baby Bear. “Each of you values different things. Goldilocks values clothes and makeup and a nice house and food. That’s what drives her Ambition to be rich someday—because then she’ll have the things she values.”

By definition, Values are so obvious that they can’t be proved. Let’s look at how this works.” He went to the whiteboard and wrote down:

VALUES => AMBITION => GOAL

Baby Bear went to the whiteboard. “For each of your four main characters, I want you to write down the following information.” He wrote on the board:

YOUR CHARACTER SUMMARY SHEETS

  • Name:
  • Role:
  • Goal:
  • Ambition:
  • Values (two or more):
  • One-sentence summary:
  • One-paragraph summary:

Goldilocks took a picture of the board with her phone. “Why do you want more than one Value?”

“Because most people have several things they value. And those can be in conflict. And when a person has conflicting Values, that leads to internal conflict, and the person becomes unpredictable.”

 

I Become an Author 4 - The Importance of Being Disastrous

3 min read

Nur wer schreibt, der bleibt! I will be the next Jo Nesbö. But for now I have to learn a bit. The funny way. This is what Randy Ingermanson says in How to Write a Novel Using the Snowflake Method. .

 

The Big Bad Wolf now also threatens Goldilocks, but suddenly...

Baby Bear stood there grinning. “I’m fine. This is my friend, the Big Bad Wolf. I asked him to burst in and fire a blank at me. I had a capsule of fake blood in my paw, and I smashed it on my chest.”

“Why would I kill you?” the Big Bad Wolf asked. A sly smile slid across his face. “I said I’d shoot you only if you decided to use the Snowflake Method.”

“Because …” Goldilocks didn’t realize she’d made the decision until she thought about it just now. “Because when you threatened me, when you said I couldn’t use the Snowflake Method, I realized that … I really do want to try it out.”

“Did everybody see what just happened there? Goldilocks made a decision.”

The Big Bad Wolf went to the whiteboard and picked up a marker. He held it poised at the board and wrote:

WHY YOUR STORY NEEDS DISASTERS

  1. Excitement
  2. Decision
  3. New Directions

Baby Bear went to the whiteboard and found an empty space. “What we’ve learned is called the Three-Act Structure, although I sometimes like to call it the Three-Disaster Structure. Designing your Three-Act Structure is the second step of the Snowflake Method, and I like to do it in one paragraph of five sentences.” He wrote on the board:

YOUR ONE-PARAGRAPH SUMMARY

  1. Give yourself one hour for this task.
  2. Write one paragraph with five sentences as follows:
    • Explain the setting and introduce the lead characters.
    • Explain the first quarter of the book, up to the first disaster, where the hero commits to the story.
    • Explain the second quarter of the book, up to the second disaster, where the hero changes his mode of operations.
    • Explain the third quarter of the book, up to the third disaster, which forces the hero to commit to the ending.
    • Explain the fourth quarter of the book, where the hero has the final confrontation and either wins or loses or both.
  3. Focus on the disasters and the decisions that follow.
  4. Don’t try to figure out how you’ll solve all the problems. Leave that for later. You only care about the big picture in this step.

 

I Become an Author 2 - Your Story in One Sentence

1 min read

Nur wer schreibt, der bleibt! I will be the next Jo Nesbö. But for now I have to learn a bit. The funny way. This is what Randy Ingermanson says.

 

 

Baby Bear stepped to the whiteboard and began writing:

YOUR ONE-SENTENCE SUMMARY

  1. Give yourself one hour for this task.
  2. Write one sentence that tells the following:
    • What category your book is.

    • Who your lead characters are.

    • What one thing they desperately want to do.

  3. Don’t tell any backstory.
  4. Paint a picture for your target audience.
  5. Be as short as possible, but no shorter.

 

Beneath that, he wrote Goldilocks’s one-sentence summary:

A romantic suspense novel about a woman in Nazi-occupied France who falls in love with an injured American saboteur on a mission to blow up a key ammunition depot at Normandy just before D-Day.